Katzenflöhe erkennen und effektiv bekämpfen

Flöhe bei Katzen sind nicht nur lästig und unangenehm, sie können auch ernsthafte Krankheiten übertragen.

    Katzenflöhe sind die in Mitteleuropa am häufigsten vorkommende Floh-Art und entgegen ihres Namens nicht wirklich wählerisch bei ihren Wirtstieren - ob Hund, Katze, Maus, Kaninchen, Vogel oder auch Mensch, nichts und niemand ist vor den juckenden Flohbissen sicher. Was also tun, wenn die Katze Flöhe hat?

    Flöhe - weltweit verbreitet und vielfältig

    Flöhe sind nicht nur lästige Plagegeister, sondern auch Überlebenskünstler, die nur schwer kleinzukriegen sind. Mit rund 2400 Arten gehören Flöhe zu den häufigsten parasitär lebenden Insekten weltweit. Sie werden zu den Ektoparasiten gezählt, die ihre Wirtstiere äußerlich befallen. Während es einige tropische Spezies auf eine Größe von knapp einem Zentimeter bringen, sind die rund 80 in Mitteleuropa vorkommenden Floh-Arten mit 1,5 bis 4,5 Zentimetern Körperlänge ziemlich klein. Vor allem als Überträger der Pest waren Flöhe gefürchtet, der bis zur Entwicklung wirksamer Impfstoffe weltweit Millionen von Menschen zum Opfer fielen.

    Der Katzenfloh (= Ctenocephalides felis) ist die in Deutschland am häufigsten vorkommende Floh-Art. Die rotbraun gefärbten Insekten werden etwa drei Millimeter lang und haben einen länglichen, seitlich abgeflachten Körperbau mit insgesamt drei Beinpaaren. Die hinteren Beine sind sehr lang und kräftig und ermöglichen dem Floh seine besondere Fortbewegungsmethode: Da die Tiere keine Flügel haben, katapultieren sie sich mithilfe dieser Sprungbeine mit bis zu einem Meter weiten oder hohen Sprüngen sehr schnell voran. Im Verhältnis zur Körpergröße ist ein springender Floh eines der schnellsten Tiere überhaupt.

    Ein harter Chitinpanzer schützt den Flohkörper davor, von seinem Wirtstier zerbissen oder zerdrückt zu werden. An den Beinen sind die Insekten mit Haken und Borsten ausgerüstet, am Kopf sitzen mehrere kräftige Stachelkämme, so dass ein Floh nur sehr schwer aus dem Fell der Katze zu entfernen ist. Mit seinem speziellen Stech-Saug-Rüssel durchbohrt der Floh die Haut des Wirtstieres und saugt aus den winzigen Blutgefäßen unterhalb der oberen Hautschichten seine Nahrung, das Blut.

    Die Übertragung der Flöhe erfolgt meist direkt von Tier zu Tier, allerdings können die einzelnen Vorstufen der adulten Parasiten auch in der Umgebung lange überleben. Da nur erwachsene Flöhe (etwa 5%) auf der Katze leben und alle anderen Entwicklungsstadien (etwa 95%) sich in der direkten Umgebung des Stubentigers befinden, müssen für eine erfolgreiche Flohbekämpfung unbedingt auch alle Decken, Polster, Teppiche, Kratzbäume und selbst die Fußbodenritzen mit einbezogen werden.

    Ein Flohbefall hat übrigens nichts mit mangelnder Hygiene zu tun - sogar reine Wohnungskatzen sind nicht sicher davor, da Eier oder Larven auch an Schuhsohlen und Kleidung mit in die Wohnung geschleppt werden können. Allerdings lässt sich die großflächige Ausbreitung der Insekten in der Wohnung durch regelmäßige Pflegemaßnahmen bestenfalls frühzeitig unterbinden. Auch wenn Katzenflöhe tatsächlich am liebsten Katzenblut trinken, nehmen sie durchaus auch mit einem Hund, kleineren Haustieren oder eben mit dem Menschen vorlieb, wenn die Katze des Hauses gerade nicht greifbar ist. Daher sollten immer alle Tiere gleichzeitig behandelt werden.

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    Wie vermehren sich Flöhe?

    Die gleichbleibend warme Umgebungstemperatur in menschlichen Behausungen kommt den Flöhen bei ihrem Vermehrungszyklus sehr entgegen, denn sie benötigen wenigstens 5 Grad Celsius. Somit können sie in Ställen, Wohnungen oder Häusern das ganze Jahr hindurch für ihren Fortbestand sorgen.

    Ein weiblicher Floh legt im Katzenfell nach der Befruchtung täglich rund 30 Eier, zu kleinen Paketen gebündelt, ab. Diese Päckchen fallen ab und entwickeln sich dann in der Umgebung der Katze, bis nach wenigen Wochen die Flohlarven schlüpfen. Diese ernähren sich unter anderem von Blutresten, die von den erwachsenen Flöhen ausgeschieden werden. Da sie relativ empfindlich sind und bei höheren Temperaturen oder direkter Sonneneinstrahlung leicht vertrocknen, verkriechen sich die Larven meist in dunklen Ritzen oder zwischen Teppichfasern.

    Nach zweimaliger Häutung verpuppt sich die Flohlarve schließlich in einem Kokon und ist nun selbst gegen ungünstige Umgebungseinflüsse gut geschützt. Schließlich schlüpft aus der Puppe der erwachsene Floh, der nun sofort aktiv nach einer Nahrungsquelle sucht. Ist dann keine Katze greifbar, nimmt er eben Hund, Kaninchen oder das Menschenbein.

    Die Lebensdauer der adulten Flöhe liegt zwischen einem und drei Monaten. Da der Vermehrungszyklus nach dem Schlupf aus der Puppe sofort wieder beginnt, legt ein Flohweibchen während ihrer Lebenszeit mehrere hundert Eier ab und sorgt so für den Fortbestand der Art. Sind die Flöhe erst einmal in der Umgebung der Katze, können sie die Samtpfote immer wieder erneut befallen, wenn sie nicht umfassend und effektiv bekämpft werden.

    Gesundheitsprobleme, die Flöhe bei Katzen auslösen können

    Ein massiver Befall mit Flöhen kann allein durch die Bewegungen der Insekten auf der Haut und im Fell die Katze erheblich stressen. Aber selbst ein einzelner Floh kann bereits zu erheblichen Gesundheitsproblemen führen.

    Unmittelbare gesundheitliche Probleme durch Flöhe

    • Flöhe durchstechen mit ihrem speziellen Mundwerkzeug die äußere Hautschicht des Wirtstieres, um dessen Blut zu saugen. Diese Stichstellen verursachen erheblichen Juckreiz, auf den die Katze mit häufigem Kratzen und Schütteln reagiert. Bleibt der Juckreiz bestehen, werden die Tiere sehr unruhig und nervös, da sie kaum noch Schlaf finden. Bei manchen Katzen kann diese Unruhe auch zu vermehrten Lautäußerungen führen, selbst die Futteraufnahme wird beeinträchtigt. Das ständige Kratzen und Reiben an Möbelstücken oder dem Teppich führt zu Fell- und Hautschäden, die sich durch Sekundärkeime entzünden können.
    • Bei einzelnen Katzen oder auch Hunden kann durch den Speichel der Flöhe eine Allergie ausgelöst werden. Schwere, großflächige Haut- und Fellveränderungen sind dadurch möglich. Diese sogenannte Flohspeichel-Allergie-Dermatitis (FAD) wird später bereits durch den Biss eines einzigen Flohs wieder ausgelöst, da die Allergie zu einer Hypersensibilisierung des körpereigenen Abwehrsystems führt. Kommt der Organismus mit dem Allergieauslöser erneut in Berührung, wird augenblicklich die komplette Abwehrreaktion in Gang gesetzt. In diesen Fällen ist eine gründliche und regelmäßige Prophylaxe gegen die Ektoparasiten besonders wichtig.
    • Bei sehr jungen Katzenwelpen kann ein massiver Flohbefall durch den Blutverlust auch zu einer akuten Blutarmut führen. Eine solche Anämie kann schlimmstenfalls lebensbedrohlich für die kleine Katze werden.

    Indirekte Gefahren durch Flöhe

    • Als Zwischenwirt des Gurkenkernbandwurms gilt der Floh als Hauptüberträger dieser Endoparasiten auf Katzen und Hunde. Die Bandwurmlarve wartet im Verdauungstrakt des Flohs, bis die Katze bei der Fellpflege diesen verschluckt, um dann zu schlüpfen und sich als erwachsener Bandwurm im Darm der Katze festzusetzen. Der Gurkenkernbandwurm ernährt sich von Bestandteilen der Katzennahrung und kann daher über längere Zeit zu Mangelerscheinungen bei der Katze führen. Nach einem Flohbefall sollte die Katze daher unbedingt auch vorsorglich gegen Würmer behandelt werden.
    • Flöhe übertragen auch krankmachende Bakterien auf ihre Wirtstiere. Das Bakterium Mykoplasma felis ist unter anderem an der Entstehung von Katzenschnupfen beteiligt. Andere durch Flöhe übertragene bakterielle Erreger können zu einer infektiösen Anämie führen.
    • Auch die von Flöhen übertragene "Katzenkrankheit" ist eine bakterielle Infektion, die allerdings weniger für die Katze als vielmehr für den Menschen gefährlich werden kann. Das Bakterium "Bartonella henselae" erreicht über den Floh die Katze, die es wiederum durch Bisse oder Kratzer an den Menschen weitergeben kann. Schlimmstenfalls verbreitet sich daraufhin der Erreger über das Blut und führt zu Lymphkotenschwellungen.

    Wie können Flöhe bei Katzen erfolgreich bekämpft werden?

    Kratzt sich die Katze plötzlich häufiger, muss immer an einen Flohbefall gedacht werden. Es ist allerdings schwierig, die Parasiten bei einem geringen Befall im Fell der Katze auszumachen. Eventuell können bereits gerötete Hautstellen auf die Bissverletzungen durch die Insekten hindeuten. Einfacher ist es oft, den Kot der Flöhe nachzuweisen:

    Stelle Deine Katze dazu auf ein weißes Blatt Papier oder in die Badewanne und kämme mit einem Spezialkamm (vom Tierarzt oder Zoofachhandel) durch ihr Fell. Der schwarz-krümelige Flohkot fällt heraus und kann nun auf ein feuchtes Papiertuch gelegt werden. Dabei lösen sich die Blutbestandteile und es bilden sich rötlich-braune Flecken auf dem Papier.

    Um die Parasiten zu bekämpfen, die sich bereits an der Katze befinden, gibt es unterschiedliche Medikamente, die zum Beispiel in Form von Sprays, Spot-on´s oder auch als Tabletten verabreicht werden. Manche Wirkstoffe verteilen sich über das Blut der Katze und werden von den Flöhen bei der Nahrungsaufnahme getrunken, so dass sie zuverlässig verenden. Andere Mittel wirken über den Talgfilm der Haut und verhindern bereits, dass der Floh überhaupt zubeißt. Die meisten dieser Antiparasitika sind sogenannte Kombi-Präparate, die gleichzeitig auch gegen Zecken und andere Ektoparasiten wirken. Allerdings enthalten solche Medikamente oft Neurotoxine, welche im ungünstigen Fall auch den Organismus der Katze schädigen könnten.

    Mittel zur rein äußerlichen Anwendung wie Shampoos, Puder oder Floh-Halsbänder sind oft nicht so effektiv in der Flohbekämpfung, da die verwendeten Wirkstoffe eine andere Zusammensetzung haben. Bei einem nur leichten Befall oder zur Vorbeugung können sie aber hilfreich sein.

    Auch alternative Methoden oder Hausmittel werden gegen Katzenflöhe empfohlen. Die Wirksamkeit ist nicht unumstritten und muss im Einzelfall ausprobiert werden. Beispielsweise sollen die ätherischen Öle von Kräutern wie Rosmarin oder Minze Flöhe vertreiben, ebenso kann Kokosöl, ins Katzenfell massiert, Flöhe abtöten. Bei einem massiven Befall oder wenn die Katze bereits Hautdefekte oder eine Allergie entwickelt hat, reichen diese sanften Methoden aber oft nicht aus, um die Plagegeister loszuwerden.

    Ganz wichtig ist es, beim Nachweis der Flöhe nicht nur das Tier, sondern die gesamte Umgebung und ebenso alle anderen Tiere (Katzen, Hunde) im Haushalt zu behandeln. Insektizide Sprays oder Vernebler helfen dabei, die in Teppichfasern oder Wand- und Bodenritzen sitzenden Larven und Puppen abzutöten. Textilien wie Decken oder Kissen, Spielsachen und andere Gegenstände, mit denen die Katze in Berührung gekommen ist, sollten bei mindestens 60 Grad gewaschen oder für mehrere Tage eingefroren werden, um alle Entwicklungsstadien sicher zu bekämpfen. Häufiges gründliches Staubsaugen kann ebenfalls dazu beitragen, die Wohnung wieder flohfrei zu bekommen.

    Kann einem Flohbefall vorgebeugt werden?

    Auch wenn es praktisch nicht zu verhindern ist, dass eine Katze mit Flöhen in Berührung kommt, kannst Du durch regelmäßige Anwendung von antiparasitär wirksamen Mitteln einem massiven Befall vorbeugen. Vor allem Tiere, die auch Freigang haben und daher nicht ständig unter Aufsicht stehen, sollten in bestimmten Abständen mit wirksamen Medikamenten als Spot-on oder Tabletten vorbeugend geschützt werden.

    Hat die Katze bereits einmal eine Flohspeichel-Allergie-Dermatitis gehabt, reicht schon der Biss eines einzigen Flohs aus, um diese erneut auszulösen. Daher müssen solche Tiere besonders geschützt werden. In schweren Fällen kann eine antiallergische Therapie durch den Tierarzt sinnvoll sein. Als Katzenhalter solltest Du ganz besonders auf das Verhalten Deiner Samtpfote achten und schnell reagieren, wenn sie sich auffällig verhält oder vermehrt kratzt.

    Was kostet die Flohbehandlung der Katze?

    Leidet die Katze unter einem massiven Flohbefall und muss aufgrund von Hautschäden tierärztlich behandelt werden, entstehen Kosten für die allgemeine Untersuchung und weitere Therapie, die leicht im dreistelligen Euro-Bereich liegen können. Auch müssen neben den Mitteln zur Behandlung der Katze auch weitere Medikamente zur wirksamen Reinigung der Umgebung bezahlt werden.

    Für eine regelmäßige prophylaktische Behandlung mit wirksamen Antiparasitika entstehen Kosten zwischen etwa fünf und zehn Euro pro Katze. Diese Mittel können als Spot-on vom Katzenhalter selbst problemlos aufgetragen werden und schützen das Tier zuverlässig vor Flöhen und weiteren Ektoparasiten. Empfehlenswert ist der Einsatz von Mitteln, die bereits wirken, bevor der erste Floh überhaupt zubeißen kann, da so die gesundheitlichen Folgeprobleme vermieden werden können. Die Behandlung sollte etwa alle vier Wochen wiederholt werden.