Meine Katze zittert: Mögliche Gründe, Ursachen und Behandlung

Zittern kann bei Katzen harmlose Ursachen haben, aber auch ein Anzeichen für eine Erkrankung sein.

    Wenn eine Katze zittert, kommt es auf die Situation an, in der dieses Symptom auftritt - denn oft hat das Zittern einen harmlosen Grund. Allerdings können auch ernste Ursachen dahinter stecken, die ein Tierarzt abklären sollte. Wie Du richtig handelst, wenn deine Katze zittert, erfährst Du hier.

    Welche Ursachen führen zum Zittern bei der Katze?

    Mit dem Begriff "Zittern" (medizinisch "Tremor") wird eine normale, physiologische Muskelaktion beschrieben: Jeder einzelne Muskel im Körper steht immer unter einer gewissen Spannung und zittert leicht, was aber unter normalen Bedingungen nicht von außen erkennbar ist. Steigt die Spannung innerhalb eines Muskels an, so verstärkt sich auch das Zittern, bis es schließlich zu unwillkürlichen, rhythmischen Bewegungen einzelner Körperregionen oder sogar des gesamten Körpers führt, was dann deutlich zu sehen ist.

    Eine Katze zittert häufiger mit dem Schwanz, dieses Verhalten kann in unterschiedlichen Alltagssituationen immer wieder auftreten. Ein Tremor am ganzen Körper kommt meist nur in bestimmten Situationen oder bei Krankheit vor.

    Ursachen für das Zittern bei Katzen

    • Kälte: Katzen haben eine physiologische Körpertemperatur von 38,0 bis 39,0 Grad Celsius. Kühlt der Körper durch eine niedrige Umgebungstemperatur stark ab, setzt das Gehirn einen Notfallplan in Gang und gibt an alle Muskeln den Befehl, zu zittern, um Körperwärme zu erzeugen. So werden die wichtigen Körperfunktionen so lange wie möglich aufrecht erhalten. Vor allem alte, schlanke und kurzhaarige Katzen frieren bei Kälte oder Nässe schnell und beginnen dann zu zittern.
    • Aktivität: Nach längerer Bewegung oder großer körperlicher Anstrengung (Spielen, Klettern, Rennen) kann es zu einem Muskelzittern vor allem an den Gliedmaßen kommen. Die stark beanspruchten Muskelfasern werden so langsam wieder in den Ruhezustand gebracht.
    • Aufregung / Anspannung: Sitzt die Katze wartend vor einem Mauseloch, kann es passieren, dass sie vor lauter Anspannung am ganzen Körper oder auch nur mit dem Schwanz zittert. Auch im Spiel kann dieses typische erwartungsvolle "Auf der Lauer"-Zittern beobachtet werden. Manche Stubentiger zittern sogar aufgeregt, wenn sie ihr Futter serviert bekommen.
    • Angst / Unsicherheit: Stress, ungewohnte Situationen, plötzliche Geräusche können bei Katzen Angst auslösen, und sie beginnen zu zittern. Viele Katzen mögen es nicht, im Auto zu fahren, und der Besuch beim Tierarzt löst bei fast jedem Stubentiger großes Unbehagen aus.
    • Alter: Mit zunehmendem Alter lässt die Muskelkraft nach, anstrengende Bewegungen können schneller dazu führen, dass eine ältere Katze zittert. Sie friert auch schneller. Schmerzhafte Gelenkveränderungen wie Arthritis oder Arthrose können ebenfalls Muskelzittern auslösen.
    • Zittern im Schlaf: Eine tief schlafende Katze, die völlig entspannt auf dem Sofa oder in ihrem Katzenkorb liegt, kann im Traum plötzlich mit allen Beinen wild zucken oder den Schwanz hin und her bewegen. Dieses Zittern ist harmlos und dauert meist nur wenige Sekunden.
    • Fieber: Eine erhöhte Körpertemperatur über 39,5 Grad Celsius ist ein Hinweis auf eine Erkrankung und geht oft mit Muskelzittern und Schüttelfrost einher. Virusinfekte oder bakterielle Infektionen führen außerdem zu Appetitlosigkeit, allgemeiner Abgeschlagenheit oder auch Erbrechen und Durchfall und sollten schnellstmöglich behandelt werden.
    • Schmerzen: Katzen zeigen meist nur sehr subtil, wenn sie Schmerzen haben. Akute Schmerzen durch Verletzungen oder Traumata, chronische Gelenkschmerzen oder auch Tumorschmerzen können sich manchmal nur dadurch zeigen, dass die Katze zittert.
    • Unterzuckerung: Diabetes ist eine Erkrankung, die nicht nur Menschen betrifft - auch viele Katzen leiden darunter. Kommt es zu einer Unterzuckerung, setzt ein heftiger Muskeltremor ein. Dies ist ein lebensbedrohlicher Zustand, die Katze sollte schnellstmöglich zum Tierarzt gebracht werden.
    • Epilepsie: Bei dieser neurologischen Erkrankung kommt es zu einer Reizüberflutung im Gehirn, die in unregelmäßigen Abständen zu Krampfanfällen an einzelnen Muskeln oder der gesamten Körpermuskulatur führt. Die Symptome können von Katze zu Katze sehr unterschiedlich sein und reichen von leichtem Zittern über starkes Zucken, Schreien und Sabbern bis hin zu heftigen Krämpfen mit Kot- und Urinabgang und vorübergehender Ohnmacht. Ein solcher epileptischer Anfall kann schlimmstenfalls zum Tod der Katze führen, daher sollte sie unbedingt behandelt werden.
    • Infektionen: Zahlreiche Erreger führen bei Katzen zu gefährlichen Infekten, in deren Verlauf es häufig zu Fieber kommt und die Katze zittert. Katzenschnupfen, Katzenseuche oder Katzenleukämie sind nur einige Beispiele. Der wirksamste Schutz gegen eine Infektion mit diesen Erregern ist die regelmäßige Impfung der Katze.
    • Vergiftungen: Giftstoffe können zu heftigem Muskelzittern führen. Meist treten außerdem weitere Symptome wie Erbrechen, Durchfall oder starker Speichelfluss auf. Die Katze muss schnellstmöglich behandelt werden.
    • Mangelerscheinungen: Ein Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen kann ebenfalls dazu führen, dass eine Katze zittert. Meist kommen noch weitere Symptome hinzu, die vom Tierarzt abgeklärt werden sollten. Eine Futterumstellung oder spezielle Futterzusätze können helfen.
    • Organische Erkrankungen: Viele organische Erkrankungen sind aufgrund der unspezifischen Symptomatik nicht leicht zu diagnostizieren. Katzen leiden häufiger an Nierenproblemen, und eine Niereninsuffizienz kann ebenso zu Muskelzittern führen wie eine verminderte Herzfunktion oder Stoffwechselerkrankungen.
    • Trauma: Ein Unfall, ein Sturz aus großer Höhe, die Attacke durch einen Hund kann bei der Katze einen Schockzustand auslösen. Die Durchblutung des Gehirns wird herabgesetzt, es kommt zu Unruhe, Zittern oder apathischer Verwirrtheit. Schlimmstenfalls kann ein akuter Schock aufgrund der extremen Kreislaufbelastung zum Tod der Katze führen.

    Diese und weitere Ursachen können dazu führen, dass eine Katze zittert. Bist Du unsicher oder treten die Symptome sehr plötzlich und sehr heftig auf, solltest Du nicht zögern und Deine Samtpfote vom Tierarzt gründlich durchchecken lassen.

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    Wann muss die Katze zum Tierarzt?

    Sofern das Zittern bei Deiner Katze nicht nur in harmlosen Zusammenhängen, etwa im Schlaf oder beim Spielen auftritt oder Dir noch weitere Anzeichen auffallen, die auf eine Erkrankung hindeuten könnten, solltest Du das Tier sicherheitshalber untersuchen lassen.

    Der Tierarzt wird Deine Katze einer gründlichen Allgemeinuntersuchung unterziehen. Sehr hilfreich bei der Diagnosenstellung ist ein möglichst genauer Vorbericht darüber, wann und in welcher Situation das Zittern auftritt, wie häufig es dazu kommt und ob Du noch weitere Symptome bei der Katze festgestellt hast. Auch das Alter der Katze, die Fütterung und der Impfstatus spielen eine wichtige Rolle.

    Diagnose und Therapie

    Je nachdem, in welche Richtung ein erster Anfangsverdacht führt, werden weitere Diagnoseverfahren durchgeführt. Das können zum Beispiel Blut- oder Kotuntersuchungen sein, aber auch Röntgenaufnahmen, eine Computertomographie oder ein MRT, um innere Erkrankungen oder Verletzungen festzustellen. Mit Hilfe von neurologischen und orthopädischen Untersuchungen können schmerzhafte Nerven- oder Gelenkprobleme festgestellt werden. Manche Krankheiten, wie zum Beispiel eine Epilepsie, lassen sich nur langwierig durch den Ausschluss anderer Ursachen diagnostizieren.

    Die Behandlung der Katze richtet sich nach der festgestellten Diagnose und kann zum Beispiel mit entzündungshemmenden oder antiepileptischen Medikamente erfolgen, auch Herzmedikamente, Insulin oder Schmerzmittel kommen in Betracht. Bei den wichtigen Infektionskrankheiten der Katze ist oft nur eine symptomatische Behandlung möglich, da es für einige Infekte bislang noch keine Heilung gibt. Akute Ursachen wie ein Trauma, eine Vergiftung oder ein Schock müssen schnellstmöglich behandelt werden, um das Lebend der Katze zu retten.

    Welche Kosten entstehen für die Behandlung?

    Tierärzte errechnen das Honorar für ihre Leistungen nach den Vorgaben der Gebührenordnung für Tierärzte. Je nach Schwierigkeit und Aufwand kann jeweils der einfache, zweifache oder dreifache Satz pro Einzelleistung abgerechnet werden. Für die intensive Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen, bei denen eine Katze zittert, können Kosten von mehreren Hundert Euro entstehen.

    Das leistet die Luko

    Eine Tierkrankenversicherung von LUKO steht Dir im Falle eines Falles zur Seite, denn sie trägt die Kosten für notwendige tierärztliche Heilbehandlungen und Operationen bis zum 3-fachen Satz der GOT.